Im Rahmen einer Fassadensicherung konnten wir einen kontrollierten Falltest an einem realen Kundengebäude durchführen. Dabei wurden zwei miteinander kombinierte Fassadenplatten mit einem Gesamtgewicht von rund 130 kg in ein von uns montiertes Fassadenschutznetz fallen gelassen.
Das Ziel war klar:
Wir wollten sehen, ob das statisch geplante und fachgerecht montierte Netz die zuvor berechnete Belastung in der Praxis tatsächlich aufnehmen kann.
Das Ergebnis: Ja.
Allerdings zeigt der Test gleichzeitig etwas mindestens genauso Wichtiges:
Ein funktionierender Fassadenschutz besteht nicht einfach aus „einem Netz an der Wand“.
Wenn aus Berechnung Realität wird
Bei einer Fassadensicherung geht es um eine sicherheitsrelevante Gesamtkonstruktion.
Die Frage lautet nicht lediglich:
„Wie stabil ist dieses Netz?“
Die entscheidende Frage lautet:
„Wie verhält sich das komplette Sicherungssystem, wenn tatsächlich ein Bauteil fällt?“
Dazu gehören unter anderem:
- das verwendete Netz,
- die Maschenweite,
- gegebenenfalls ein Feinstaub- bzw. Materialschutzgewirk,
- die Positionierung des Netzes,
- die Netzspannung,
- die Anzahl und Position der Befestigungspunkte,
- die verwendeten Anker,
- der vorhandene Untergrund,
- die statische Berechnung,
- die Werkplanung,
- und letztlich die fachgerechte Montage.
HEINZLER übernimmt genau diese Betrachtung als Gesamtsystem. Die hausinterne Werkplanung und statische Berechnung sind Bestandteil des Leistungsansatzes und werden auf die jeweilige Situation abgestimmt.
Der Praxistest: 130 kg treffen auf das Schutznetz
Für unseren Test wurden zwei Fassadenplatten miteinander kombiniert.
Gesamtgewicht: ca. 130 kg.
Diese wurden anschließend kontrolliert in das montierte Fassadenschutznetz fallen gelassen.
Dabei wurde die Netzspannung bewusst so gewählt, dass die Platten nicht bereits vorher vom Netz gebremst wurden, sondern bis zum vorgesehenen Ankerpunkt durchfallen konnten.
Damit sollte eine möglichst realitätsnahe Belastung des Systems erzeugt werden.
Denn genau hier liegt der entscheidende Punkt:
Eine statische Berechnung muss nicht nur auf dem Papier funktionieren.
Die Konstruktion muss auch in der Realität funktionieren.
Das Ergebnis: Das System hat gehalten
Die vorherige statische Berechnung hatte ergeben, dass die gewählte Konstruktion die vorgesehene Belastung aufnehmen kann.
Der anschließende Praxistest bestätigte dieses Ergebnis.
Das Netz hielt die Belastung.
Doch der Test zeigte gleichzeitig sehr eindrucksvoll, dass selbst bei einer korrekt geplanten, statisch berechneten und fachgerecht montierten Konstruktion Belastungsspuren entstehen können.
Beim verwendeten 45-mm-Netz kam es zu einem Verlust von lediglich etwa zwei bis drei Maschen.
Das Netz hat also die Belastung nicht einfach „unbeschadet“ überstanden.
Es wurde tatsächlich beansprucht.
Und genau das ist bei einem solchen Test eine wichtige Erkenntnis.
Warum 45 mm bei schweren Fassadenteilen interessant sein können
Bei Fassadensicherungen kommen je nach Gebäude, Fassade und Gefährdungssituation unterschiedliche Netzsysteme zum Einsatz.
Bei HEINZLER werden unter anderem unterschiedliche Maschenweiten entsprechend der jeweiligen Anwendung eingesetzt.
Gerade bei potenziell schwereren oder kleineren herabfallenden Fassadenteilen kann ein 45-mm-Netz mit zusätzlichem Feinstaub- bzw. Materialschutzgewirk sinnvoll sein.
Die kleinere Maschenweite bedeutet zunächst einmal:
Mehr Maschen auf derselben Fläche.
Das kann bei einer lokalen Beschädigung beziehungsweise beim Ausfall einzelner Maschen dazu beitragen, dass die umgebende Netzstruktur weiterhin vorhanden ist.
Der Test hat genau diesen Aspekt anschaulich gemacht:
Trotz der erheblichen Belastung und des Verlusts von zwei bis drei Maschen blieb das Sicherungssystem als Ganzes wirksam.
Wichtig ist dabei: Die Wahl der Maschenweite darf nicht pauschal erfolgen. Sie muss zur konkreten Gefährdung, Konstruktion und Planung passen.
Das Feinstaubgewirk: zusätzliche Schutzfunktion
Bei bestimmten Fassadensicherungen kann zusätzlich zum eigentlichen Schutznetz ein feinmaschiges Gewirk eingesetzt werden.
Dieses dient insbesondere dazu, kleinere Partikel und Materialbestandteile zurückzuhalten.
HEINZLER setzt solche zusätzlichen Material- bzw. Staubschutzlösungen je nach Anforderung ein. Auch bei anderen Netzmontage-Anwendungen beschreibt das Unternehmen den Einsatz von Staubschutzgewirk beziehungsweise Kleinteileschutznetzen gegen herabfallende Gegenstände und Materialien.
Bei einer Fassadensicherung kann dadurch ein mehrstufiges Schutzkonzept entstehen:
Fassadenbauteil → Schutznetz → zusätzliches Materialschutzgewirk → gesicherter Bereich
Welche Kombination sinnvoll ist, hängt immer von der konkreten Situation ab.
Der entscheidende Unterschied: Netz oder Gesamtsystem?
Genau hier sehen wir einen der größten Unterschiede zwischen einer professionell geplanten Fassadensicherung und einer rein praktischen „Netzmontage“.
Ein Netz kann noch so hochwertig sein.
Wenn die Befestigung nicht zur auftretenden Belastung passt, bringt das beste Netz wenig.
Umgekehrt kann eine hervorragende Befestigung ihre Wirkung nicht vollständig entfalten, wenn ein ungeeignetes oder nicht entsprechend geprüftes Netz verwendet wird.
Deshalb muss das Gesamtsystem betrachtet werden.
HEINZLER beschreibt diesen Ansatz selbst als Zusammenspiel aus Werkplanung, statischer Berechnung und anschließender Umsetzung durch geschulte beziehungsweise zertifizierte Netzmonteure.
Warum einfache Befestigungen problematisch werden können
Gerade bei Fassadensicherungen wird häufig unterschätzt, welche Kräfte entstehen können, wenn ein Bauteil nicht einfach nur auf dem Netz liegt, sondern aus mehreren Metern Höhe in dieses fällt.
Ein Beispiel:
Eine Fassadenplatte mit 130 kg besitzt bereits im Stillstand eine erhebliche Masse.
Kommt eine Fallhöhe hinzu, entsteht Bewegungsenergie.
Das bedeutet:
130 kg sind nicht gleich 130 kg Belastung.
Entscheidend ist, wie das Bauteil fällt, aus welcher Höhe es fällt, wie das Netz gespannt ist und wie die auftretenden Kräfte über Netz, Befestigungsmittel und Baukörper abgetragen werden.
Genau deshalb reicht es nicht aus, lediglich die Tragfähigkeit des Netzes zu betrachten.
Kabelbinder sind keine statische Planung
Bei einer Fassadensicherung müssen Befestigungspunkte entsprechend der konkreten Konstruktion geplant und ausgeführt werden.
Ein besonders anschauliches Beispiel hatten wir in Ravensburg: Dort wurde bei einer Sicherung mit einfachen Kabelbindern gearbeitet.
Das mag auf den ersten Blick nach einer schnellen und unkomplizierten Lösung aussehen.
Bei einer tatsächlich auftretenden Fallbelastung ist jedoch eine völlig andere Betrachtung erforderlich.
Denn wenn ein schweres Fassadenteil aus mehreren Metern Höhe in ein Netz fällt, müssen die entstehenden Kräfte kontrolliert über die Befestigungspunkte und den Baukörper abgetragen werden.
Ein Kabelbinder ersetzt keine statische Berechnung.
Und eine statische Berechnung ersetzt wiederum keine fachgerechte Montage.
Genau deshalb betrachten wir bei HEINZLER nicht nur das Netz, sondern das komplette Sicherungssystem.
Zertifiziertes Netz allein reicht nicht
Auch hier liegt ein wichtiger Punkt.
Ein zertifiziertes Schutznetz ist eine wesentliche Grundlage.
Aber:
Zertifiziertes Netz ≠ automatisch sichere Fassadensicherung.
Entscheidend ist das Zusammenspiel aus:
01 – Gefährdungsanalyse
Welche Bauteile können sich lösen? Welche Größen und Gewichte sind möglich?
02 – Werkplanung
Wie wird das Sicherungssystem konkret am Gebäude umgesetzt?
03 – Statik
Welche Kräfte entstehen und wie werden sie in den Baukörper eingeleitet?
04 – Befestigung
Welche Anker und Befestigungspunkte sind für den vorhandenen Untergrund geeignet?
05 – Netzsystem
Welche Maschenweite und welches zusätzliche Gewirk sind für die Situation sinnvoll?
06 – Montage
Wurde das geplante System tatsächlich so ausgeführt, wie es geplant und berechnet wurde?
Erst das Zusammenspiel ergibt eine funktionierende Sicherung.
Von der Theorie in die Praxis
Genau deshalb war unser Falltest für uns so interessant.
Die statische Berechnung hatte eine klare Aussage geliefert:
Die geplante Konstruktion kann die Belastung aufnehmen.
Anschließend kam der Praxistest.
130 kg Fassadenmaterial trafen kontrolliert auf das Netz.
Das Ergebnis bestätigte die Berechnung.
Das Netz hielt.
Und selbst nachdem dabei zwei bis drei Maschen verloren gingen, blieb die Netzstruktur als Sicherungssystem erhalten.
Für uns ist das kein Grund, sich zurückzulehnen.
Im Gegenteil.
Es bestätigt unseren Ansatz:
Je sicherheitsrelevanter eine Netzmontage ist, desto wichtiger ist es, nicht nur auf das Material zu schauen, sondern auf das gesamte System.
Sicherheit darf nicht nur auf dem Papier funktionieren
Bei HEINZLER geht es deshalb nicht darum, möglichst schnell irgendein Netz an einer Fassade zu befestigen.
Es geht darum, eine Lösung zu entwickeln, die zur jeweiligen Situation passt.
Dafür stehen bei HEINZLER unter anderem:
- zertifizierte Schutznetze,
- geschulte und zertifizierte Netzmonteure,
- hausinterne Werkplanung,
- statische Berechnung,
- fachgerechte Befestigung,
- individuelle Auswahl des Netzsystems,
- Einsatz von Industriekletterern bei schwer zugänglichen Bereichen,
- und bundesweite Umsetzung.
HEINZLER verfügt über acht Standorte in Deutschland und ist bundesweit im Bereich Schutznetzmontage tätig.
Unser Fazit
Der Falltest mit den rund 130 kg schweren Fassadenplatten hat eine Sache sehr deutlich gezeigt:
Eine gute Planung muss sich in der Praxis bewähren.
Und genau deshalb verstehen wir Fassadenschutz nicht als reine Montageleistung.
Wir verstehen ihn als geplantes Sicherheitssystem.
Denn wenn sich ein Fassadenteil löst, gibt es keinen zweiten Versuch.
Dann muss das System funktionieren.
Von der Theorie in die Praxis.
Von der Berechnung zur realen Belastung.
Von HEINZLER geplant. HEINZLER montiert.